Seite Ende Oktober 2025 wird am Stadtplatz 4 Steyrs Industriegeschichte lebendig: zwei historische Exemplare des legendären Steyrer Waffenrades und ein originaler Kleinwagen Steyr Baby werden am Standort Stadtplatz 4 (neben der Schulstiege) bis zur nächsten Vermietung der Räumlichkeiten ausgestellt. Mit der Aktion wollen die Initiatoren Robert Hartlauer und sein bester Freund, der Hörgeräteakustikmeister Gerhard Hofer ein Stück Steyrer Identität ins Stadtbild holen und laden Passantinnen und Passanten ein, die Industrie- und Mobilitätsgeschichte der Region neu zu entdecken.

V.l.n.r.: Daniela Zeiner (TIC Steyr), Ralf Reiter (Innenstadtmanager, TIC Steyr), Gerhard Hofer, Bürgermeister Markus Vogl, Robert Hartlauer. Foto: TIC Steyr
„Mit dem kleinen dynamischen Fahrzeugmuseum wollen wir der Steyrer Fahrzeuggeschichte mehr Sichtbarkeit im öffentlichen Raum verleihen“, erläutern Robert Hartlauer und Ideengeber Gerhard Hofer. Bewusst wird von einem „kleinen dynamischen Fahrzeugmuseum“ gesprochen, weil der Raum nicht als statisches Museum gedacht ist, sondern als Zwischennutzung, bis ein regulärer Mieter gefunden ist. „Es wäre schön, wenn sich auch andere Leerstände diesem Projekt anschließen würden und wir noch mehr Steyrer Fahrzeuggeschichte ausstellen könnten“, fordert Hartlauer zum Mitmachen auf und könnte sich auch einen kleinen Steyrer Traktor in einer Auslage vorstellen.
Steyr-Baby & Waffenrad – Ikonen aus Steyr
Ein Blick aus dem Bürofenster auf der gegenüberliegenden Seite bestätigt die beiden Initiatoren, dass sie nicht die einzigen sind, die eine Leidenschaft für historische Fahrzeuge hegen. Zahlreiche Passantinnen und Passanten bleiben stehen, betrachten die Ausstellungsobjekte und die liebevoll aufbereiteten Werbeprospekte und Infotexte im Schaufenster.
In der Mitte des Raumes zieht das Steyr-Baby die Aufmerksamkeit auf sich. Rund 13.000 Exemplare wurden zwischen 1936 und 1940 davon hergestellt. Der Name steht im Zusammenhang mit dem damaligen Werbeslogan: „Ich möcht‘ von Dir ein Baby – ein Steyr-Baby“. Neben dem nostalgischen Kleinwagen stehen zwei Waffenräder aus der Produktion der Österreichischen Waffenfabriks-Gesellschaft, die ab 1895 hergestellt wurden. „Die wenigsten wissen, dass das Waffenrad eigentlich ein Friedensrad ist, weil es die rückläufige Waffenproduktion ausgleichen sollte“, erklärt Hartlauer. „Das Steyrer Waffenrad überzeugte durch seine hohe Qualität, da es mit der gleichen Präzision wie bei der Waffenproduktion fabriziert wurde“, ergänzt Hofer.
Hartlauer und Hofer möchten das Thema der Steyrer Fahrzeuggeschichte weiterführen – vielleicht mit einem Verein oder künftigen Fahrzeug-Treffen in der Stadt. Ideen gibt es viele, vom Waffenrad-Treffen bis zum Steyr-Baby-Tag. Das Schaufenster am Stadtplatz 4 ist jederzeit frei zugänglich und lädt zum Entdecken ein.
Initiativen beleben Steyr
Bürgermeister Markus Vogl zeigt sich erfreut: „Die Geschichte der Stadt Steyr ist geprägt von Innovation, gerade im Bereich Mobilität. Der Steyrer Erfindergeist und die Fähigkeit, sich auch als Stadt immer wieder neu zu erfinden, wird in dieser Ausstellung sichtbar. Sie zeigt aber auch, wie wichtig private Initiativen für eine attraktive Stadt sind.“ Auch Innenstadtmanager Ralf Reiter und Daniela Zeiner, TIC-Geschäftsführerin und zuständig für Regionalentwicklung im Rahmen der Zukunftsregion Steyr, begrüßen private Initiativen wie diese. „Robert Hartlauer und Gerhard Hofer leben uns vor, dass jede und jeder von uns Steyr mitgestalten kann, indem man sich engagiert, Gleichgesinnte sucht und Ideen verwirklicht. Das macht Steyr zu einer lebendigen Stadt“, sind sich beide einig. Als Ansprechpartner für Belange in der Innenstadt dient Ralf Reiter. Daniela Zeiner lädt ein, sich in der Zukunftsregion Steyr ein- und damit mitzumischen.