Nach fünf Jahren Leerstand wird das Traditionskaufhaus Haubeneder in der Enge Gasse 18 in Steyr wieder bespielt – mit einem neuen Konzept. Andreas Bramberger und Peter Wiesinger eröffnen am 3. März 2026 auf 150 Quadratmetern im Erdgeschoß den Second Hand-Shop Heidelbeere. Er lebt von Bürgerinnen und Bürgern aus der Region, die mitmachen und Nachhaltigkeit und Mode unter einen Hut bringen wollen.

Die Geschäftspartner Peter Wiesinger und Andreas Bramberger sind gebürtige Steyrer, die nach Jahrzehnten in Wien in ihre Heimatstadt zurückkehren, und bringen das Know-How mit, um mit der Heidelbeere erfolgreich durchzustarten. Wiesinger (58) ist Steyrer Nachtschwärmern bereits seit Februar 2025 als einer der beiden neuen Inhaber des Lokals Red Rooster auf der Promenade bekannt. Bramberger (59), aus dem Bankensektor kommend, leitete zuletzt den Sachspendenbereich der Caritas in Wien und war Aufsichtsrat bei Re Use Austria, einer Organisation von Unternehmen der Kreislaufwirtschaft.
In den Schränken liegt und hängt ein großes Potenzial
„Wer neuwertige Kleidung zu Hause hat, die er nicht mehr braucht, kann sie zu uns bringen. Wir verkaufen sie in der Heidelbeere auf Kommissionsbasis“, sagt Peter Wiesinger, Unternehmensberater und einer der beiden Geschäftsführer des Second Hand-Shops. „Unser Konzept ist glasklar und transparent. Beim Verkauf eines Kleidungsstücks landen 33 Prozent des Verkaufspreises im Shop auf dem Konto des Verkäufers.“
Die Idee zur Heidelbeere fußt auf einem Erfolgsrezept, das in vielen – vor allem größeren Städten - in ähnlicher Form bereits boomt. „Wir wissen aus aktuellen Studien, dass 12 Prozent aller gekauften Kleidung niemals und rund 50 Prozent nur sehr wenig getragen wird“, sagt Andreas Bramberger, Nachhaltigkeitsexperte und zweiter Geschäftsführer. „Das ist ein enormes Potenzial. Dazu kommt, dass immer mehr Menschen eine unreflektierte Wegwerfmentalität nicht mehr mittragen wollen.“
Globale Marken rotieren in der Region und beleben die City
Viele Leute, die ungenütztes Gewand im Kasten hängen oder liegen haben, stehen vor einem Dilemma, sagt Bramberger: „Sie wollen nicht, dass ihre Textilien den Müllberg vergrößern oder um die halbe Welt verschickt werden. Für die haben wir ein Angebot. Wir lassen globale Marken und attraktive Mode in der Region rotieren. Wer über uns Kleidung verkauft oder bei uns einkauft, belebt noch dazu die Innenstadt von Steyr.“ Den Heidelbeere-Shop richten die beiden Unternehmen soeben ein. Wiesinger: „Unser Laden soll eine offene und gemütliche Atmosphäre ausstrahlen. Wer bei der Heidelbeere reinschaut, hat die Chance auf ein Schnäppchen, und wenn gerade nichts Passendes da ist, kann man auch in der Sitzecke einen Kaffee trinken.“
Eine transparentes Modell statt Feilscherei im Internet
Die 33 Prozent Kommission sind nicht verhandelbar. Wiesinger: „Ein Drittel vom Verkaufspreis, den wir in unserem Laden erzielen, erstatten wir zurück, das ist fair. Darüber können wir ebenso wenig verhandeln wie über den Preis, mit dem wir ein Kleidungsstück letztlich etikettieren. Wer mehr erzielen und für seine Jacke, Tasche oder seinen Mantel oder einen garantierten Mindestverkaufspreis festlegen will, ist bei uns an der falschen Adresse. Wir sind nicht Ebay.“ Bramberger: „Mit Verkaufsportalen im Internet können und wollen wir nicht konkurrieren. Mit der Heidelbeere machen wir den Leuten ein Angebot: Bringt eure Blusen, Hosen, Jacken und Schuhe zu uns, wir erledigen das unbürokratisch und mit echt analoger Handschlagqualität.“
Die Heidelbeere ist eine Boutique, kein Ramschladen und kein Flohmarkt
Streng muss man bei der Kommissionierung sein, die ab Mitte Jänner beginnt. Angenommen werden nur tadellose Kleidungsstücke und Accessoires - sauber und gebügelt, ohne Löcher oder Fransen.
So kann man unbürokratisch mitmachen
Das Geschäft wird Anfang März eröffnet. Kommissionierung von Kleidung findet zunächst ab Mitte Jänner zu sechs bereits fixierten Terminen (s.u.) im Geschäftslokal statt. Wer mit den beiden Heidelbeeren Bramberger und Wiesinger ins Geschäft kommen will, muss nur seine E-Mail Adresse und eine Kontonummer hinterlegen und die Geschäftsbedingungen unterschreiben. Beim Verkauf eines Kleidungsstücks landet das Geld zu Beginn des Folgemonats am Konto.
Welche Textilien werden angenommen und verkauft?
Die Heidelbeere stellt zum Verkauf: Hosen, Röcke, Blusen, Shirts, Hemden, Pullover, Jacken, Mäntel, Sportbekleidung, Schuhe und Accessoires (Handtaschen, Gürtel, Hüte ...).
In der Modebranche steht der Frühling vor der Tür, was bei der Auswahl der Kommissionsware berücksichtigt wird.
Nicht angenommen werden: Unterwäsche, Bademode, Braut- und Ballkleider, echte Pelze, Arbeitskleidung, Kindermode, Billigware von Fast Fashion-Marken, Haushaltstextilien.
Abgabetermine
Die ersten Termine für die Abgabe von Kleidung, jeweils von 12 bis 19 Uhr:
Mittwoch, 21. Jänner 2026
Donnerstag, 22. Jänner
Freitag, 23. Jänner
Donnerstag, 29. Jänner
Freitag, 30. Jänner
Samstag. 31. Jänner
Infos: www.heidelbeere-steyr.at